Essbare Blüten und Pflanzen

Essbare-Bl-ten-Wiese

Blüten sind nicht nur schön anzusehen, sondern können Salaten, Hauptgerichten und Desserts auch ein besonderes Aroma geben. Einigen von ihnen wird sogar eine heilsame Wirkung nachgesagt. Für essbare Blüten gibt es zahlreiche Zubereitungsarten und Einsatzmöglichkeiten. Manche dienen primär der Deko und weisen einen eher milden Eigengeschmack auf. Andere geben herzhaften Speisen durch eine besonders feine Geschmacksnote den letzten Pfiff. Schon die Römer, Griechen und die Azteken sollen essbare Blüten und andere essbare Pflanzen in der Küche verwendet haben. Auch im späteren Mittelalter waren Blumen und Blüten beim Kochen nicht fremd. In alten Kochbüchern stösst man immer wieder auf Rezepte, in denen essbare Blüten zum Einsatz kamen. Gewürznelken und Safran sind beispielsweise heute nicht mehr aus dem Gewürzregal wegzudenken. Auch essbare Pflanzen haben seit jeher Einzug in unserer Küche gehalten wie unzählige Gewürze beweisen. Warum also nicht passend zur Jahreszeit zum nächsten Gericht eine dekorative und zugleich essbare, lecker schmeckende Blütenpracht auf dem Teller kreieren und den Speiseplan mal natürlicherweise aromatisieren?


Was versteht man unter (essbaren) Blüten?

Unter einer Blüte versteht man einen Kurzspross von Blütenpflanzen (auch Samenpflanzen genannt), der zeitlich begrenzt wächst und blüht. Die Blüte dient einer Pflanze meist zur Fortpflanzung. Bevor sich die Blüte öffnet, bildet die Pflanze eine Knospe. Aufgeblühte Pflanzen können teils intensiv riechen: So werden Insekten angelockt für die Fortpflanzung. Der liebliche Duft von Veilchen, Stiefmütterchen, Holunderblüten und Geranien weckt so manche Erinnerungen an Frühling und blühenden Blumengärten.

Essbare Blüten sind nun all diejenigen Blüten, die man ohne Nebenwirkungen essen kann – die meisten kann man sogar auch gleich roh frisch von der Wiese geniessen!


Essbare Blüten

  • Ackerhellerkraut: kleine weisse Blüten in einer Traube; Geschmack: kohl- bis senfartig; Verwendung: Salate oder gedünstet in Gemüsegerichten.
  • Apfelblüte: leicht duftende weiss bis rosa Blüten; Geschmack: fruchtig bis blumig; Verwendung: Marmelade und Sirup.
  • Bärlauchblüte: duftende kleine weisse Blüten in einer Scheindolde, Geschmack: würzig, zwiebelartig; Verwendung: Kräuterquark, Salate, Suppen, Fischgerichte, Essig; essbar.
  • Borretsch-Blüten: sternförmige blaue oder lila Blüten; Geschmack: gurkenartig, würzig; Verwendung: Salate. Chrysantheme: Herb duftende, u. a. gelbe, rote, rosa, lila oder orangefarbene Blüten; Geschmack: herb bis bitter; Verwendung: Tee, Suppen, Salate, Sorbet oder Risotto. Dahlie: Duftende und je nach Sorte unterschiedliche gefärbte Blüten; Geschmack: variiert ebenfalls nach Sorte, meist aber fenchel- oder sellerieartig; Verwendung: Salat, Suppe, Likör.
  • Duftgeranie (auch Duftpelargonie genannt): Duftende rote, weisse oder rosafarbene Blüten; Geschmack: variiert nach Sorte, möglich sind Aromen wie Zitrone, Ananas, Apfel, Orange, Pfirsich, Muskat, Minze, Kiefer, Rose oder Weihrauch; Verwendung: Marmeladen, Fruchtsalate, Cocktails und Bowlen.
  • Duftveilchen (oft auch nur als Veilchen bezeichnet): Duftende violette Blüten; Geschmack: süsslich und mild; Verwendung: Salate und Desserts.
  • Eisbegonie: Rote, pinke oder weisse Blüten aus der Pflanzengattung der Begonien; Geschmack: frisch und säuerlich; Verwendung: Desserts und Bowlen. Die Blüten der Eisbegonie sollten vorsichtig behandelt werden, denn sie sind sehr empfindlich. 
  • Gänseblümchen: Weisse bis weiss-pinkgesprenkelte Blüten; Geschmack: Blüten von jungen Pflanzen sind leicht nussig und würzig, ältere etwas bitter; Verwendung: Salate, Suppe, Tee.
  • Hibiskus: Rote, weisse, rosa, blaue oder violette Blüten; Geschmack: süsssauer, Verwendung: Tee, Sirup, Limonaden, Gelee und Marmelade.
  • Holunderblüten vom Schwarzen Holunder: Leicht nach Vanille duftende weisse Blüten an schirmartigen Rispen; Geschmack: buttrig, leicht pfeffrig; Verwendung: die Blüten dürfen nur gekocht verwendet werden. Man kann sie zu Herstellung von Gelee, Marmelade oder Sirup verwerten.

 

Holunderblüten

 

  • Jasmin: süss duftende weisse Blüten; Geschmack: süsslich. Verwendung: Tee, Salate, Desserts, Cocktails und Limonaden. 
  • Kamille: duftende weisse Blüten; Geschmack: leicht bitter bis mild; Verwendung: Tee und Limonaden. Kapuzinerkresse (lat. tropaeolum): Blumenkrone mit gelben bis orangefarbenen Blüten; Geschmack: pfeffrig bis senfartig; Verwendung: Salate, Brotbelag, Ersatz für Kapern. 
  • Kornblume: Blaue Blüte; Geschmack: wenig Eigengeschmack, leicht bitter; Verwendung: Salate. Lavendel (Lavendelblüten): Ähren mit duftenden hellvioletten, lila oder blauen Blüten; Geschmack: süsslich-herb bis bitter, Verwendung: mediterrane Kräutermischungen, Desserts, Brotteige und Fleischgerichte. 
  • Lindenblüte: Stängel mit mehreren kleinen süsslich duftenden gelblichen Blüten; Geschmack: süsslich; Verwendung: Tee und Limonaden. 
  • Löwenzahn (lat. taraxacum): Gelbe Blüten; Geschmack: süsslich; Verwendung: Marmelade, Gelee und Sirup. Phlox oder Flammenblume: üppige pink-, weiss-, blau- oder violettfarbene Blütenstände, die herrlich duften; Geschmack: kräftig, würzig; Verwendung: Salate, Speiseeis und Brotaufstrich. 
  • Ringelblume oder Calendula: orangefarbene Blüte, Geschmack: wenig Eigengeschmack; Verwendung: Salat.
  • Rosenblätter: Duftende rote, weisse, gelbe und pinke Blüten (Rosenblüten); Geschmack: süsslich; Verwendung: Gelee, Likör, Blütenzucker, Rosenwasser, Desserts, Salate. 
  • Rotklee: Kugelige Blütenstände mit rosa bis pinken Blüten, Geschmack: mild und nussig; Verwendung: Salate, Suppen, Brotaufstriche. 
  • Salbeiblüte: Violettfarbene Blütenkronen; Geschmack: leicht süsslich; Verwendung: Kräuterbutter, mediterrane Kräutermischungen, Blütenzucker, Blütensalz, Tee, Marmelade, Öl, Suppen und Sossen oder Fleisch- und Fischgerichten. 
  • Schafgarbe: Doldenförmige weisse Blüten; Geschmack: leicht bitter und würzig; Verwendung: Tee, Essig und Sirup. Schnittlauchblüten: Blütenstände mit kleinen lilafarbenen Blüten; Geschmack: wie der Schnittlauch, nur milder und leicht süsslich; Verwendung: Salate, Fleisch- und Fischgerichte. Sonnenblume (Blütenblätter): gelbe Blüten; Geschmack: wenig Eigengeschmack; Verwendung: Salate. 
  • Stiefmütterchen: Gelbe, lila, orangefarbene, blaue oder weisse Blüten; Geschmack: mild, salatähnlich; Verwendung: Salate, Deko. 
  • Taglilien: Trichterförmige, duftende weisse, gelbe, orangefarbene, rosa oder violette Blüten aus der Pflanzengattung der Taglilien (hemerocallis); Geschmack: je nach Sorte süsslich, herb oder zitronig; Verwendung: Salate, Reisgerichte, Desserts.
  • Taubnessel: Kelche mit gelben, weissen, rosa oder purpurfarben Blütenkelchen; Geschmack: honigartig; Verwendung: Suppen, Sossen, Salate. 
  • Vergissmeinnicht: Kleine blaue Blüten; Geschmack: wenig Eigengeschmack; Verwendung: Suppen und Salate.
  • Zucchiniblüte: Grosse, gelbe Blüten der Zucchini-Pflanze, die zu der Pflanzengattung der Kürbisse (lat. Cucurbita) gehört; Geschmack: nussig; Verwendung: Salate, Desserts und als füllbare Beilage zu Fisch- und Fleischgerichten. Wussten Sie, dass auch die Blüten von Kürbissen als Gemüse gegessen werden können?

 


Essbare Pflanzen und essbare Blüten sammeln

Viele essbare Blüten und auch essbare Pflanzen sind bei uns heimisch. Sie wachsen u.a. als Wildkräuter, Wildblumen oder können im eigenen Garten angebaut werden. Inzwischen gibt es essbare Blütenmischungen in verschieden Geschäften zu kaufen. Besonders frisch bekommt man sie jedoch vor der eigenen Haustür. Möchte man essbare Blüten oder essbare Pflanzen selbst sammeln gehen, sollte man genau darauf achten, wo diese wachsen. Gegenden in der Nähe von viel befahrenen Strassen, Industrieanlagen und Orte, die von Hunden und Füchsen aufgesucht werden, sollte man aus gesundheitlichen Gründen meiden. Logischerweise sammelt man auch keine Pflanzen und Blüten in (Natur-)Schutzgebiete, dort herrscht meist ein generelles Pflückverbot, und solche, die unter offiziellem Naturschutz stehen. Es gilt: Wildes Pflücken immer in Massen für den Eigengebrauch und mit Respekt vor der Natur - ohne Zerstörung der Lebensstätten! Es ist ausserdem davon abzuraten, vermeintlich essbare Pflanzen zu pflücken, mit denen man sich nicht auskennt. Gerade beim Sammeln von Wildblumen sind botanische Kenntnisse nötig. Gänseblümchen, Sonnenblumen und Löwenzahn mögen zwar für den Laien noch leicht zu erkennen sein, doch viele Pflanzen haben giftige Doppelgänger. Jedes Jahr kommt es zu Todesfällen, weil Sammler Bärlauch mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechseln und sich dabei vergiften. Entweder sollte man also mit einem erfahrenen Kräutersammler unterwegs sein oder die gewünschten Pflanzen im eigenen Garten aussäen. Es ist ausserdem davon abzuraten, vermeintlich essbare Pflanzen zu pflücken, mit denen man sich nicht auskennt. Gerade beim Sammeln von Wildblumen sind botanische Kenntnisse nötig. 

Blüten selbst anpflanzen

Gänseblümchen, Sonnenblumen und Löwenzahn mögen zwar für den Laien noch leicht zu erkennen sein, doch viele Pflanzen haben giftige Doppelgänger. Jedes Jahr kommt es zu Todesfällen, weil Sammler Bärlauch mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechseln und sich dabei vergiften. Entweder sollte man also mit einem erfahrenen Kräutersammler unterwegs sein oder die gewünschten Pflanzen im eigenen Garten aussäen. Ein positiver Nebeneffekt des eigenen Anbaus ist die Blütenpracht im Beet, Kübel oder auf der Wiese. Beim Anbau ist darauf zu achten, dass das Saatgut oder der Setzling nicht mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln oder Chemikalien behandelt worden ist. Es versteht sich von selbst, dass Blüten für den Verzehr aus diesen Gründen auch nicht als Zierblumen aus dem Blumenladen oder vom Markt gekauft werden.

 

Essbare Pflanzen, die man nicht sammeln sollte

Als essbare Pflanzen gelten auch Schlüsselblumen. Die Schlüsselblume hat gelbe essbare Blüten mit süsslichem Geschmack. Der Verzehr von Schlüsselblumenblüten kann aufgrund der enthaltenen Saponine zu Übelkeit und Magenbeschwerden führen. Ausserdem steht sie unter Naturschutz und darf nicht gepflückt werden.


Essbare Blüten und ihre Zubereitung

Je nachdem, wo genau essbare Blüten zum Einsatz kommen soll, lassen sie sich beliebig zubereiten: Man kann sie wie andere essbare Pflanzen roh essen, trocknen, einfrieren, einkochen, einlegen, frittieren oder kandieren.

Eine tolle Möglichkeit im Sommer ist das Einfrieren der Blüten in Eiswürfel, die sich später in sommerlichen Getränken servieren lassen. Kandierte Blüten können eine tolle Dekoration für Süssspeisen wie Torten sein oder gleich selbst eine kleine Nascherei stellen. Zum Kandieren eignen sich u.a. Rosenblüten, Veilchen, Lavendelblüten, Phlox Sonnenblumen, Gänseblümchen.

Einzelne Blütenblätter zum Beispiel vom Stiefmütterchen sind natürlich auch unkandiert dekorativ und können Kuchen sowie Salate verzieren. Mit einem Kräuterquark kann man auch nicht viel falsch machen: Blüten und Kräuter fein schneiden, nach Belieben mit Quark mischen, würzen und als Dip serviert mit Gemüse geniessen.


Essbare Pflanzen oder Pflanzen mit mehreren essbaren Bestandteilen

Manche Pflanzen haben essbare Blüten, andere können sogar komplett verzehrt werden. So beispielsweise Bärlauch, Löwenzahn und Schafgarbe. 

Beim Bärlauch sind zwar vor allem die Blätter bekannt und beliebt, zum Beispiel für Bärlauchpesto, aber auch die Blüten und die Samen (auch Bärlauchkaviar genannt) können verzehrt werden. Sobald Bärlauch anfängt zu blühen, wandert der Geschmack von den Blättern in die Blüten und Samen – so kann Bärlauch von Frühling bis Herbst auf den Speiseplan ergänzen. Der Löwenzahn bietet mit seinen leckeren Blättern, die wertvolle Bitterstoffe enthalten, die ideale Basis für einen grünen Wildkräuter-Salat. Bei der Sonnenblume nutzt man insbesondere die Sonnenblumenkerne, die sich in der riesigen Sonnenblume finden lassen. Die Dahlie wiederum hat neben der essbaren Blüte auch (Wurzel-)Knollen, die man in der Küche verwenden kann und zum Beispiel bei den Azteken als Lebensmittel angebaut wurde.

Löwenzahn Blüte und Blätter
 

Essbare Blüten und essbare Pflanzen: Die richtige Aufbewahrung

Wer essbare Blüten aus dem eigenen Garten erntet, sollte dies unmittelbar vor der Verwendung tun. Gekaufte essbare Pflanzen lassen sich über ein paar Tage im Kühlschrank lagern. Alternativ kann man essbare Blüten wie Kräuter und andere essbare Pflanzen auch trocknen oder einfrieren und so über einen längeren Zeitraum haltbar machen. Je nach Blüte oder Pflanze gibt es auch viele Optionen zum Einmachen. Als Bärlauchkapern können Bärlauchknospen den ganzen Winter über genossen und Löwenzahnblüten als Aufstrich haltbar gemacht werden.


Essbare Pflanzen als Heilpflanzen und Heilkräuter

Viele essbare Pflanzen sind zugleich wirksame Heilpflanzen oder Heilkräuter. Sie haben mehr als essbare Blüten zu bieten, die gut duften oder sich dekorativ auf dem Teller anrichten lassen. 

  • Salbei hilft Verdauungsbeschwerden, Zahnfleischentzündungen, Halsentzündungen, Alzheimer und Symptomen der Menopause
  • Chrysanthemenblüten werden bereits seit dem 1. Jahrtausend vor Christus in der Traditionellen chinesischen Medizin als Tee zur Behandlung von Erkältungen und viralen Infektionen aufgegossen.
  • Das Gänseblümchen wirkt bei Insektenstichen und Hautverletzungen, Ausschlägen, Blutergüssen und Lippenherpes, Schleimhautentzündungen der Atemwege oder Magen-Darm, bei Entzündungen im Beckenbereich und zur Linderung von Menstruationsbeschwerden.
  • Löwenzahn gehört zu den nützlichen Pflanzen zur Anwendung bei Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit und Stoffwechselstörungen.
  • Kamille beruhigt die Haut und die Schleimhäute, lindert Entzündungen, entkrampft den Magen und bekämpft Bakterien. Die meisten Wirkstoffe stecken in den Blüten der Kamille.
  • Lavendel gilt als ein besonders wirksames natürliches Beruhigungsmittel und wird gerne in ätherischen Ölen eingesetzt.
  • Jasmin stärkt das Immunsystem, regt den Stoffwechsel an, reduziert Stress und fördert die Gesundheit des Herzens.
  • Die Kapuzinerkresse fördert die Verdauung und Durchblutung, wirkt gegen Entzündungen der Harnwege und Nieren und bei Infektionen der Atemwege, Schnupfen, Bronchitis und Entzündungen der Nasennebenhöhlen und Mandeln. Ausserdem gilt sie als ein natürliches Antibiotikum.
  • Auch die Kornblume ist in der Volksmedizin bekannt für ihre Wirkung bei Menstruationsbeschwerden, Verstopfung, Fieber, zur Behandlung der Galle und der Leber und zur Anregung des Appetits.
  • Die Lindenblüte stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte, hilft bei Erkältungen, Husten, Fieber, Kopfschmerzen, Unterleibsschmerzen, Halsschmerzen und Magenschmerzen und wirkt beruhigend.
  • Schafgarbe hilft bei Menstruationsbeschwerden, Magen-Darm-Beschwerden, Nasenbluten, Leberbeschwerden, beruhigt und wirkt sich positiv auf Kreislauf und Durchblutung aus.

 

Bildquelle: iStock.com

Tags: Heilpflanzen
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