Jod in der Schwangerschaft

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In Deutschland besteht in puncto Jod teils ein allgemeines Versorgungsdefizit. Schwangere Frauen weisen ohnehin einen höheren Jodbedarf auf, weshalb hier die Versorgungslücke noch grösser ist. Schon eine leichte Unterversorgung kann sich nachteilig auf die Gesundheit der Mutter und die Entwicklung des Kindes auswirken. Aus diesem Grund gilt es einiges bei der Versorgung mit Jod in der Schwangerschaft zu beachten.


Erhöhter Jodbedarf in der Schwangerschaft

Jod gehört zu den essenziellen Spurenelementen, welches regelmässig über die Nahrung zugeführt werden muss. Das Spurenelement ist für eine Vielzahl von Körperfunktionen wichtig. So wird Jod zum Beispiel von der Schilddrüse gebraucht, um die wichtigen Schilddrüsenhormone aufzubauen. Diese wiederum erfüllen zentrale Aufgaben in unserem Organismus und regulieren zum Beispiel wichtige Vorgänge des Stoffwechsels oder sind für das Wachstum und die gesunde Entwicklung von Kindern verantwortlich. Ist das Spurenelement über längere Zeit zu wenig vorhanden, produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone. Das kann zu schwerwiegenden Folgen und Störungen sowie Schilddrüsenerkrankungen wie zum Beispiel einer Schilddrüsenunterfunktion führen.

Schwangere Frauen benötigen für ihre Gesundheit und die Entwicklung ihres Kindes mehr Jod. Das ist einmal für die gesteigerte Produktion der eigenen Schilddrüsenhormone wichtig, zum anderen ist das Ungeborene von der Jodversorgung der Mutter abhängig. Bereits ab der 12. Schwangerschaftswoche produziert die Schilddrüse des Fötus Hormone. Auch nach der Geburt in der Stillphase ist der Bedarf an Jod erhöht, um den Säugling gut versorgen zu können. Der gesteigerte Bedarf an Jod in der Schwangerschaft ist allerdings nur schwer über die Ernährung zu decken. Aus diesem Grund empfehlen Ärzte und Fachverbände eine zusätzliche Einnahme von Jod in der Schwangerschaft. Der behandelnde Frauenarzt bzw. die behandelnde Frauenärztin kann Ihnen genaue Auskünfte geben. 

Darum braucht eine Frau mehr Jod in der Schwangerschaft

Warum Frauen mehr Jod in der Schwangerschaft benötigen, hat mehrere Ursachen. Mit der Schwangerschaft steigt der mütterliche Grundumsatz, das heisst, sie verbraucht mehr Energie. So führt das auch zu einer Erhöhung des Jodbedarfs. Zudem beginnt der fetale Organismus ab der 12. Schwangerschaftswoche Hormone zu bilden, das dazu benötigte Jod muss er dabei aus den Ressourcen der Mutter beziehen. So ist der Fötus darauf angewiesen, dass die mütterliche Schilddrüse mehr Jod zur Verfügung stellt. Dasselbe gilt für die Stillzeit, auch hier ist die Mutter auf eine erhöhte Jodzufuhr angewiesen. Die Stoffwechselaktivität muss stets aufrechterhalten werden und eine ausreichende Jodversorgung des Säuglings über die Muttermilch sichergestellt werden. Leidet die Mutter an einem Jodmangel, ist auch die Muttermilch jodarm. Dementsprechend gibt sie den Jodmangel über die Muttermilch an den Säugling weiter.


Wie viel Jod in der Schwangerschaft?

Der genaue Bedarf an Jod ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu gehören zum Beispiel das Alter oder auch Umweltbelastungen, wie Rauchen oder Nitrat. Zudem ist Vorsicht bei einem zu hohen Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln geboten, die strumigene Substanzen enthalten. Strumigen bezieht sich auf Struma (der medizinische Begriff für die Vergrösserung des Schilddrüse). Strumigene Substanzen können eine ebensolche Vergrösserung herbeiführen. Für Schwangere und Stillende in Deutschland wird eine tägliche Zufuhr von 230 bis 260 µg Jod empfohlen. Das ist wichtig, um einer subklinischen, latenten Hypothyreose der Mutter und des Ungeborenen vorzubeugen. [Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Arbeitskreis Jodmangel (AKJ) und Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)].

Schwangere Frau hält ein Glas Wasser und eine Jod Kapsel
 

Da wir Jod über unsere Ernährung aufnehmen, wird in der Schwangerschaft und Stillzeit eine ergänzende Einnahme empfohlen. Das bezieht sich auf eine tägliche Einnahme von 150 bis 200 Mikrogramm Jod in Form von Jodpräparaten. Diese werden zur Vorbeugung von Krankenkassen nicht mehr erstattet. Aus diesem Grund wird Schwangeren und Stillenden empfohlen, die Kosten selbst zu übernehmen. Die Kosten sind vergleichsweise gering, eine ausreichende Jodversorgung ist aber umso wichtiger und die Folgen mangelnder Zufuhr mit Jod oder gar eines Jodmangels damit einfach vermeidbar.


Erhöhten Bedarf durch Jodpräparate decken

Jod Tropfen und Jod aus Bio-Kelp

In der Schwangerschaft steigt der Jodbedarf von 200 Mikrogramm auf 230 Mikrogramm pro Tag. Selbst wenn alle Lebensmittel sorgfältig ausgewählt werden und Jodsalz verwendet wird, nehmen Schwangere meist zu wenig Jod auf. Im Durchschnitt sind das gerade mal 120 Mikrogramm. Doch auch eine leichte Unterversorgung mit Jod in der Schwangerschaft kann sich schon negativ auf die Gesundheit der Mutter und des Kindes auswirken. Daher wird Schwangeren empfohlen, zusätzlich zu einer ausgewogenen und jodhaltigen Ernährung vom Beginn der Schwangerschaft, also bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel, bis zum Ende der Stillzeit Jod zu supplementieren. Auch wenn wir in Deutschland teils immer noch unterversorgt sind, hat sich die Jodversorgung in den letzten Jahren verbessert. 

 

So muss auch weniger supplementiert werden, im Durchschnitt sind das noch 100-150 Mikrogramm. Für die Supplementierung eignen sich hochwertige Jodpräparate wie Jod Tropfen, Jod Kapseln oder Jodtabletten. Die Präparate unterscheiden sich bezüglich Inhaltsstoffen - so haben Jodtabletten wegen der Pressung häufig mehr Inhalts- und Zusatzstoffe als beispielsweise Kapseln -, Dosierung und Einnahme. 


Die Folgen eines Jodmangels in der Schwangerschaft

Einer der häufigsten und wohl auch bekanntesten Folgen des Jodmangels ist die Entwicklung eines Struma, auch Kropf genannt. Der Jodmangel ist dabei die Hauptursache für den endemischen Struma. Neben dem gibt es noch vererbbare Jodverarbeitungsstörungen oder die Einnahme von strumafördernden Lebensmitteln oder Medikamenten. Infolge des Jodmangels vergrössert sich die Schilddrüse, was sich als Kompensationsversuch interpretieren lässt. Der Körper versucht den Jodmangel beziehungsweise den Schilddrüsenhormonmangel durch eine Vermehrung von hormonproduzierendem Gewebe auszugleichen. Dass die Schilddrüse sich immer weiter ausdehnt, bleibt natürlich nicht ohne Folgen. Irgendwann kommt es zu Symptomen, wie einem Engegefühl im Hals, Atem- und Schluckbeschwerden sowie Druck- und Kompressionserscheinungen. Bei werdenden Müttern kann eine inadäquate Versorgung mit Jod in der Schwangerschaft neben einer Strumabildung zu einer Hypothyroxinämie, einer Schilddrüsenunterfunktion führen. Auch für das Ungeborene kann ein Jodmangel schwerwiegende Konsequenzen haben. Der Fötus ist von der Jodversorgung der Mutter abhängig, das betrifft seine Schilddrüsenfunktion, ebenso wie die Entwicklung des zentralen Nervensystems, das Körperwachstum und die geistige Entwicklung. Das heisst auch, dass die Versorgung mit Jod in der Schwangerschaft sich direkt auf die Jodversorgung des Fötus auswirkt. Schwangere, die an einem Kropf leiden, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass ihre Ungeborenen bereits im Mutterleib von den Folgen eines Jodmangels betroffen sind. So kann sich ihre Schilddrüse ebenfalls vergrössern, was nach der Geburt zu Atem- und Schluckbeschwerden führen kann. Ebenso können eine mangelnde Hormonbildung sowie eine gesunde Entwicklung der Knochen und die Gehirnentwicklung beeinträchtigt sein. Vor allem für Frühgeburten besteht die Gefahr einer verzögerten Lungenreifung.


Kann zu viel Jod in der Schwangerschaft schaden?

In erster Linie wird werdenden Müttern empfohlen, unbedingt auf eine ausreichende Zufuhr mit Jod zu achten. Das heisst, die tägliche Ernährung sollte jopdoptimiert sein, sodass nicht zu wenig aber auch nicht zu viel Jod auf dem Speiseplan steht. 

Darüber hinaus wird teils die Einnahme von jodhaltigen Präparaten empfohlen. Durch die Ernährung allein kann keine Überdosierung an Jod hervorgerufen werden. Selbst Jodsalz und mit Jod angereicherte Fertigprodukte enthalten nur geringe Mengen an Jod. Auch jodhaltige Nahrungsergänzungsmittel sind bei richtiger Dosierung ungefährlich. 

Schwangere Frau isst aus einer Schüssel
 

Doch eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist natürlich möglich und kann bei einer hoch dosierten Einnahme von mehr als 1 mg Jod entstehen. Hier kommt es zu Symptomen wie Magen-Darm-Beschwerden und Hautausschlägen. Besteht schon vor der Schwangerschaft eine Schilddrüsenüberfunktion und eine Entzündung der Schilddrüse (Hashimotothyreoiditis) sollte mit Jod in der Schwangerschaft sehr vorsichtig umgegangen werden. Die noch unreife Schilddrüse des Fötus reagiert auf eine hohe Jodkonzentration empfindlich und möglicherweise mit einer angeborenen Unterfunktion. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte daher eine Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit dem Arzt abgesprochen werden, nicht für jede Frau ist dies automatisch notwendig. Eine Jodanamnese kann hier Aufschluss geben und eine Mehrfach-Supplementierung kann vermieden werden. Vorsicht ist auch bei einer Einnahme von anderen Nährstoffpräparaten geboten, denn auch diese können entsprechende Mengen Jod enthalten. Besteht der Verdacht einer Über- oder auch Unterfunktion der Schilddrüse sollte vor jeder Form der Supplementierung eine gründliche und weiterführende Diagnostik erfolgen. Die Untersuchungen sind die Basis für weitere therapeutische Schritte, zum Beispiel einer Therapie mit Schilddrüsenhormonen.


Welche jodhaltigen Lebensmittel eignen sich für Schwangere?

Schüssel mit Algen

Der genaue Jodgehalt von tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln schwankt je nach Region und Boden. In Meeren ist besonders viel Jod enthalten und so sind Seefische (aka Meeresfische) und Meerespflanzen natürlicherweise jodreich. Aber auch Gemüsesorten wie Feldsalat, Spinat, getrocknete Bohnen, Champignons und roher Broccoli enthalten Jod. Tierische Produkte gelten oft auch als jodhaltige Lebensmittel. Das resultiert allerdings nur daraus, dass die Tiere mit jodiertem Futter gefüttert werden. Da bietet es sich doch an, auf eine direkte Jodaufnahme zu setzen. Für die natürliche und direkte tägliche Zufuhr von Jod eignen sich zum Beispiel leckere Bio-Speisealgen wie Dulse, Meeres-Spaghetti oder Wakame. Das Tolle: Bereits weniger als ein Teelöffel genügt, um den täglichen Bedarf an Jod zu decken.  

 

Jodiertes Speisesalz ist auch eine Möglichkeit, die tägliche Jodzufuhr zu ergänzen. Bei salzhaltigen handwerklich und industriell gefertigten Produkten wie zum Beispiel auch Brot, Fertiggerichten und Würzmischungen kann jeweils geprüft werden, ob hier jodiertes Salz verwendet wird. Fragen Sie einfach die Verkäufer/ -innen, welches Speisesalz sie verwenden. Heutzutage greifen immer mehr Menschen zu modernen Salzspezialitäten wie Meer- oder Himalayasalz und Fleur de Sel. Hier ist der Anteil zur Jodversorgung eher gering, sodass ein naturbelassenes und unbehandeltes Speisesalz mit natürlichem Jod eine Alternative zu herkömmlichem mit Jod angereichertem Salz sein kann, vor allem in der Schwangerschaft. 

Ein deutlich erhöhtes Risiko, unter einer Jodunterversorgung zu leiden, haben Menschen, die auf tierische Lebensmittel verzichten und auch keine anderen jodhaltigen Lebensmittel verzehren. Das sind zum Beispiel Vegetarier, Veganer oder auch Personen, die unter einer Kuhmilch- oder sonstigen Allergie leiden. Auch Menschen, die sehr salzarm essen müssen, zum Beispiel weil sie unter Bluthochdruck leiden, erreichen die benötigte Aufnahmemenge oftmals nicht. In Kombination mit einer Schwangerschaft kann das zu einer erheblichen Unterversorgung mit Jod führen, weshalb hier die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels in Absprache mit dem Arzt erfolgen sollte. 

 

Bildquelle: iStock.com

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